April 18, 2018

Häufige Fragen

Hier findest du Antworten zu den am häufigsten gestellten Fragen.

Nein! Die Fläche des Flugplatzes ist deshalb so interessant, weil sie aufgrund der rund 100 Hektar nicht nur viel Platz für Wohnraum bietet, sondern weil sie auch schon zu 90% im Besitz der Stadt Kiel ist. Das bedeutet, dass die Stadt selber unabhängig von privaten Investoren bezahlbaren Wohnraum entwickeln kann. Dafür wird die Stadt eine eigene Wohnungsbaugesellschaft gründen. Einen entsprechenden Auftrag hat die Ratsversammlung der Verwaltung bereits im vorigen Jahr erteilt. Mittlerweile nennt selbt der Oberbürgermeister es einen Fehler, dass 1999 die Kieler Wohnungsbaugesellschaft (KWG) verkauft wurde. Denn für private Investoren ist der bezahlbare, öffentlich geförderte Wohnungsbau bei der jetzigen niedrigen Zinslage einfach nicht attraktiv. Mit einer eigenen Wohnungsbaugesellschaft kann Kiel die Fläche in Holtenau dann gemeinsam mit dem MFG5-Gelände aus einer Hand entwickeln und sicherstellen, dass keine Luxusimmobilien, sondern Merhfamilienhäuser mit bezahlbaren Wohnungen gebaut werden. Die Ratsversammlung hat es selber in der Hand, so zu beschließen und ist nicht auf die Akteure der Wohnungswirtschaft angewiesen.

Das unterscheidet die Fläche des Flugplatzes von anderen Gebieten, die in den Blick der Stadtplanung gekommen sind. So sind die Flächen in Suchsdorf-West in privater Hand und nicht einmal landesplanerisch frei gegeben, eine leistungsfähige Erschließung gibt es nicht und das Umspannwerk steht einer Entwicklung auch im Wege. Und die Gebeite im Kieler Süden müssten verkehrlich über den Theodor-Heuss-Ring abgewickelt werden, der schon jetzt komplett überlastet ist.

Nicht eine mögliche Schließung des Flugplatzes, sondern der Mangel an Gewerbeflächen gefährdet in großem Stil Arbeitsplätze. Laut Gewerbeflächenmonitoring reichen die Flächen schon ab 2018 nicht mehr aus, um den durchschnittlichen Jahresbedarf von 5 Hektar zu erfüllen. Dazu sagte der Industrieexperte bei der IHK-Kiel, Martin Kruse, gegenüber den Kieler Nachrichten, Kiel habe „in der Vergangenheit versäumt, sich ausreichend mit geeigneten Flächen zu bevorraten“. Der Mangel an Gewerbeflächen führte schon zur Abwanderung von Kieler Traditionsunternehmen wie die Gebr. Schröder GmbH (45 Arbeitsplätze) oder der Großhändler Henry Kruse (170 Arbeitsplätze). Dazu der Firmen-Chef gegenüber den KN: „Es gab zu diesem Umzug keine Alternative. Kiel hatte keine Fläche, die für uns groß genug gewesen wäre.“

Quellen:

Gewerbeflächenmonitoring

http://www.kn-online.de/Nachrichten/Wirtschaft/Staedte-verlieren-Arbeitsplaetze-wegen-Mangel-an-Gewerbegebieten

http://www.kn-online.de/Nachrichten/Wirtschaft/Viel-Platz-fuer-Henry-Kruse-in-Neumuenster

Nein, im Gegenteil: Im Verbund mit dem benachbarten MFG5-Gelände kann ein 192 ha großer neuer Stadtteil entwickelt werden, der Wohnen und Arbeiten auf das Beste verbindet!

Alleine auf der Fläche des Flugplatzes (100 Hektar) können statt den bisherigen 7 Hektar ganze 40 Hektar Gewerbeflächen entwickelt werden. So können laut dem von der Stadt in Auftrag gegebene „Regionalwirtschaftliche Gutachten für das Flughafengelände Kiel-Holtenau2.600 neue Arbeitsplätze entstehen. Auf 30 Hektar sollen zudem 1.800 Wohneinheiten für ca. 4.000 Menschen realisiert werden, ein Drittel davon als geförderter Wohnungsbau.

Heute gibt es am Verkehrslandeplatz Holtenau noch 73 Arbeitsplätze, 2005 waren es noch 134. Diese Arbeitsplätze sind nicht alle flughafenaffin. Das Restaurant und der T-Shirt Veredler sind normale Betriebe, die auch nach einer Schließung des Verkehrslandeplatzes weiter existieren können. Nicht zu vergessen ist, dass auch mithelfende Familienangehörige und geringfügig Beschäftigte zu den 73 Beschäftigten gerechnet werden. Seit 2002 gab es keine Neuansiedlungen von flughafenaffinem Gewerbe.

 

Im regionalwirtschaftlichen Gutachten heißt es dazu auf S. 99.: „Das Planfeststellungsverfahren zur Schließung des Flughafens kann weitestgehend parallel zur Erarbeitung des Bebauungsplanes durchgeführt werden.“ Weiter wird in dem Gutachten gerechnet, dass die ersten EinwohnerInnen im Jahr 2024 – also in sechs Jahren – in dem neuen Stadtteil leben können (vgl. S. 101). Wer behauptet, dass man auf der Fläche erst in 20 Jahren wird wohnen können, verbreitet also wissentlich Falschbehauptungen!

Die Stadt ist übrigens jetzt schon Eigentümerin von ca. 90% des Geländes. Somit kann Kiel bestimmen, wie und für wen gebaut wird und ist nicht abhängig von privaten Investoren – anders als bei einem Großteil der Flächen, die im Wohnbauflächenatlas ausgewiesen sind. Die Stadt kann auch die Vergabeverfahren bestimmen: Das beste Konzept und nicht der Meistbietende bekommt den Zuschlag. Mögliche Kosten für die Beseitigung von Altlasten im Boden fallen unabhängig von der Nutzung an. Nach Aussage des Umweltschutzamtes spricht dies nicht gegen eine Wohnbebauung.

Es gilt: Je später angefangen wird zu planen, desto später können Wohnungen gebaut werden. Deshalb haben wir das Bürgerbegehren initiiert, um jetzt zu einer Entscheidung zu kommen.

Nein, ohne die Fläche in Holtenau werden wir den Bedarf an bezahlbaren Wohnraum in Kiel nicht decken können! Deshalb unterstützt auch der Kieler Mieterverein unser Ziel.

Nach dem Wohnbauflächenatlas der Stadt Kiel gibt es auf 175 Flächen ein Gesamtpotenzial für 9400 Wohnungen. Damit könnte nicht einmal der bereits bestehende Fehlbestand von 12.000 Wohnungen rein rechnerisch abgedeckt werden.

Die Bodenpreise haben sich für diese Flächen in den vergangenen Jahren auf 300 €/m² verdoppelt. Nach Angaben des Kieler Mietervereins sind die Mietpreise seit 2014 um bis zu 18 Prozent gestiegen,

Nach einer Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft bildet Kiel zudem unter fünfzehn Universitätsstädten bei der Versorgung mit studentischem Wohnraum das Schlusslicht. Die Zahl der Wohnungslosen hat sich seit 2014 von 360 auf rund 1000 fast verdreifacht.

Der Anteil der geförderten Wohnungen ist von 16% (2005) auf 7% (2015) gesunken. Bis Ende 2018 fallen zudem über 4000 weitere Wohnungen aus der Mietpreisbindung. Demgegenüber steht eine zu geringe Zahl neuer Sozialwohnungen: In 2015 wurden lediglich 102 geförderte Wohnungen neu gebaut, in 2016 nur 61.

Eine ausreichende Entlastung im Bereich des bezahlbaren Wohnens ist ohne die Fläche in Holtenau also nicht zu erwarten!

Die Stadt Kiel und damit die SteuerzahlerInnen zahlen für den Flugplatz durch den jährlichen Zuschuss und einen Verzicht auf eine angemessene Grundstückspacht einen doppelten Preis. Die Aussage, dass sich das Defizit der Null-Linie nähert, ist schlicht falsch!

Die Stadt zahlte in der Vergangenheit für den Flugplatz jährlich rund eine halbe Million Euro Zuschüsse. Auch in Zukunft wird der Betrieb des Verkehrslandeplatzes dauerhaft subventioniert werden müssen. Die für 2018 angesetzten 200.000 € jährlich zeugen nicht vom wirtschaftlichen Erfolg des Flugplatzes, sondern sind eine kleingerechnete Zahl. Die Stadt verpachtet die Gebäude und Flächen für den symbolischen Preis von 1 € an den Seehafen. Durch Weitervermietung der Flächen und Gebäude entstehen Mieteinnahmen in Höhe von über 350.000 € – diese behält jedoch der Seehafen ein. Unter anderem werden Parkplätze für die Autos von Kreuzfahrttouristen vermietet. Dazu kommen fehlende Einnahmen auf Seiten der Stadt, die auf eine angemessene Grundstückspacht verzichtet. Das widerspricht den im § 90 der Gemeindeordnung festgehaltenen Grundsatz, dass bei der Verpachtung und dem Verkauf städtischer Grundstücke der volle wirtschaftliche Wert zugrunde zu legen ist. Dazu die entsprechende überschlägige Rechnung: 90 ha á 35 €/m² = 31,5 Mio € Verkehrswert (ohne Gebäude) aktuell, bei einer Pacht von 2% wären das 630.000 € – Geld, das der Stadt zur Zeit jährlich entgeht.

In der Debatte noch kaum berücksichtigt sind die in den nächsten Jahren anstehenden Sanierungskosten für die Landebahn, das Instrumentenlandesystem und die Flughafenbefeuerung in Höhe von mindestens 5,5 Miollionen Euro.

Das von der Stadt in Auftrag gegebene „Regionalwirtschaftliche Gutachten für das Flughafengelände Kiel-Holtenau“ sieht im Übrigen auch im optimistischen Szenario keine Perspektive, den Zuschussbedarf auf Null zu senken. Im besten Fall läge den Prognosen zur Folge der durchschnittliche jährliche Zuschussbedarf im Zeitraum 2015-2045 bei 365.000 € pro Jahr (vgl. S. 86).

 

Ein Aus für den Verkehrslandeplatz bedeutet keinesfalls das Ende für die Transplantationsmedizin im UKSH, auch nicht für Herz- und Lungentransplantationen! Die 70 Kilometer Luftlinie vom Flughafen Lübeck zum UKSH Kiel können mit einem Helikopter in etwa 20 Minuten zurückgelegt werden. Ein Hubschrauber-Flug von Lübeck direkt zum UKSH dauert kaum länger als ein Transport mit einem Rettungswagen, der von Holtenau über die Hochbrücke zum Klinikum fahren muss. Weitere alternative Transportwege werden auch in dieser Antwort des Landes auf die kleine Anfrage des Landtagsabgeordneten Andreas Tietze aufgezeigt.

Nach einer Richtlinie der Bundesärztekammer sollen Organtransporte übrigens in der Regel über den Landweg erfolgen. Flugtransporte sind nur unter besonderen Vorraussetzungen möglich.

Der Flugplatz Kiel bietet außerdem keineswegs einen witterungs- und tageszeitunabhängigen Organtransport. Wie in der Ausgabe der Kieler Nachrichten vom 24.03.2018 zu lesen war, konnte der Flugplatz in der Vergangenheit mehrfach keine kurzfristigen Organannahmen nachts, außerhalb der regulären Öffnungszeiten ermöglichen. Zudem fällt der Flugplatz auch aus, wenn sehr schlechtes Wetter herrscht, das die Sicht beschränkt. Denn Holtenau verfügt nur über ein einfaches Instrumentenlandesystem der Kategorie 1. Das heißt, dass bei schlechten Sichtbedingungen auch Holtenau nicht mehr erreichbar ist, während andere, besser ausgerüstete Flughäfen es noch sind (Lübeck: ILS der Kategorie 2; Hamburg: ILS der Kategorie 3).

Die langen Transportwege entstehen, weil es in Deutschland zu wenig Organspender gibt.
Das Geld der Pro-Flughafen-Kampagne (alleine die Stadt hat auf Antrag von CDU und SPD dafür 50.000€ bereitgestellt) wäre besser investiert in eine Kampagne für mehr OrganspenderInnen
in Deutschland. Das Bündnis gibt daher seit Monaten an den Informationsständen Organspende-Ausweise aus, um auf die Problematik aufmerksam zu machen.

Eine ausführliche, differenzierte Zusammenstellung zum Thema Organtransporte, die sich sowohl mit den Vor- als auch mit den Nachteilen der jeweiligen Optionen beschäftigt, findest du hier.

Tatsächlich nutzen sowohl Holstein Kiel als auch der THW in der Regel den Flughafen Hamburg, wenn sie zu Spielen fliegen. Die Pressestelle von Holstein Kiel teilte uns mit, dass der Verein selber den Flugplazt in den letzten drei Jahren nicht genutzt hat! Die Motive der Pro-Kampagne sind daher irreführend. Die VertreterInnen des Bündnisses finden: „Wir müssen als SteuerzahlerInnen keinen Flugplatz vorhalten, nur damit alle paar Jahre eine Gast-Mannschaft per Charterflug anreisen kann.“

 

Die vielfältigen Strukturen eines nachhaltigen Stadtteils schaffen mehr ökologische Nischen für Pflanzen und Tiere, als die karge Rasenfläche des Flugplatzes! Und durch die Bebauung des Flugplatzes kann die Versiegelung von wertvolleren Grünflächen an anderer Stelle vermieden werden.

Natürlich ist der Flughafen ein Biotop, wie auch der Randstreifen an einer vielbefahrenen Autobahn. Doch wenn wir immer mehr Flächen bebauen wollen, dann gilt es diejenigen für eine Bebauung auszusuchen, die für Mensch und Natur weniger Nutzen haben als andere. Aufgrund begrenzter Flächen rücken im Moment vor allem größere landschaftlich wertvolle Gebiete am Stadtrand ins Visier der Stadtplanung. Diese Gebiete dienen aber vielen Menschen als Erholungsraum mit wenig Lärm und guter Luft. Der Verkehrslandeplatz mit in weiten Teilen kurz gehaltener Rasenfläche hingegen ist nur wenig naturnah. Eine Bebauung des Flugplatzes ist daher ökologisch verträglicher als etwa die Bebauung der Fläche in Suchsdorf-West, die durch Auen und Knickstrukturen geprägt ist. Die Bebauung in Holtenau soll zudem unter ökologischen Gesichtspunkten erfolgen und es sollen 20 bis 30 ha Grünflächen entstehen.